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Flämische Galeone

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Im heutigen Teil geht es um den weiteren Ausbau des Hauptdecks. Die Trempelrahmen für die Kanonenpforten des Hauptdecks müssen eingebaut werden. Auf beiden Seiten wird die Beplankung bis zur Oberkante der Kuhl angebracht. Gallionscheg und "Gallionschnabel", sowie das komplette Gallion und die 4 untere Berghölzer werden angebaut. Anschließend wird das lebende Schiff schmutzigweiß und die 2 unteren Berghölzer in "Teerfarbe" angemalt.
Donnerstag, 16. Juli 2009
Im heutigen Teil des Bauberichts werden die Decks weiter ausgebaut und der Rumpf beplankt. Als erstes wird der untere Spiegel mit 0,6 mm Furnierstreifen beplankt.
Montag, 13. Juli 2009
Nach den mehr theoretischen Ausführungen des letzten Teils meines Bauberichts wird es heute wieder praktisch.
Mittwoch, 19. November 2008
Das Pilotmodell Bevor ich mit dem Rumpfbau anfange, möchte ich einige Worte zum in 1/100 gebauten Pilotmodell verlieren. Ursprünglich wollte ich nur ein “Kontrollmodell“ bauen.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Im Jahre 1593 haben königstreue Flamen dem damaligen spanischen Kaiser und König, Philipp dem Zweiten, ein schönes Schiffsmodell geschenkt. Dieses befindet sich heute in einem ziemlich guten (oder, wie auch immer, in einem ziemlich ramponierten) Zustand im MUSEO NAVAL in Madrid. Wir können davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen der bedeutendsten Segelschiffstypen seiner Zeit handelt. Obwohl das Modell in den Inventarien und in der einschlägigen Literatur als Galeone bezeichnet wird, ist es aber eher ein Mischtyp einer schwerfälligen und schwergängigen plumpen Karracke und einer schlanken, wendigen Kriegsgaleone. Von der Karracke hat es die sehr hohen Bordwände und die nach Achtern und in die Höhe ohne Stufen fortlaufend gebogene Relings geerbt, aber ohne das für die Karracken typische, vorragende Vorkastell. Anderseits hat es die längere und schlankere Rumpfform, die nach vorne ausragende Gallion sowie die bessere Besegelung und Takelage einer Galeone. Das Madrider Modell ist leider nicht maßstabgetreu. Es wurde ähnlich wie die sogenannten Votivschiffe - Kirchenmodelle zur Danksagung - gebaut, gedacht zum Aufhängen und der Betrachtung von unten. In der Längsrichtung ist es sehr schön proportioniert, aber die Bordwände und die Bemastung ragen sehr hoch auf, während das Unterwasserschiff sehr klein und schmal gehalten wird, um einen perspektivischen Ausgleich zu erzielen, wenn man es von unten betrachtet. Einmalig ist die sehr schöne Verzierung der Bordwände im Stil der Renaissance, viel dekorativer als die einfachen geometrischen Muster der englischen Galeonen, viel filigraner und schöner ausgeführt, als bei der sogenannten Stockholmer Galeone. Beim Originalmodell sind die Bordwände bemalt, nur die achtern herumführende Galeriereling ist geschnitzt. Für den erfahrenen Modellbauer ist jedoch zu empfehlen, auch die Bordwandmotive geschnitzt oder plastisch darzustellen. Das Modell hat eine ziemlich gemischte Takelage, die vielleicht teilweise darauf zurückzuführen ist, dass durch die Jahrhunderte hier und da beschädigte Takelage ohne Fachkenntnisse ausgebessert worden ist. Trotzdem deutet die Bemastung mit dem Spriet-, Fock-, Groß-, Besan- und Bonaventuramast darauf hin, dass das Modell ein ziemlich großes Schiff seiner Zeit darstellt. Wie schon gesagt, das Modell ist nicht maßstabgetreu. Die Rekonstruktion anhand des Modells sollte aber ein Schiff darstellen, dessen Proportionen einer damaligen echten Galeonen entsprechen. Ich konnte leider keine Hinweise darauf finden, ob ein solches Schiff während der Erstellung des Modells gebaut worden ist. Es gibt einige Hinweise in der Fachliteratur, wonach es ein großes flämisches Schiff Namens Le Grand Griffon gegeben haben soll. Auch gibt es einige vom Meersgrund geborgene Geschützrohre, die angeblich einer gleichnamigen großen flämischen Galeonen (die in der spanischen Armada gekämpft hat) bzw. deren Wrack gehören oder gehörten. Es finden sich aber keine Anhaltspunkte, ob dieses Schiff mit dem Modell übereinstimmt. Dennoch stellt das Modell ein Schiff dar, dessen Typ uns der Flame Pieter Breughel der Ältere in seinen sämtlichen Zeichnungen und Gemälden - wenn auch mit weniger Zierrat - fachmännisch und lebensecht zeigt. Abmessungen der Vorbildes und des Modells Bezeichnung Original Modell 1:50 Länge über alles inkl. Bugspriet und Papageienstock 67,5 m 1350 mm Rumpflänge 56,25 m 1125 mm Länge zwischen den Loten 42,9 m 858 mm Länge der KWL 40,0 m 800 mm Länge des geraden Kiels 32,25 m 645 mm Größte Breite (am Hauptspant) 12,0 m 240 mm Verhältnis Breite/Kiellänge 1:2688 1:2688 Raumtiefe 5,0 m 100 mm Ausfall vorn 8,0 m 160 mm Ausfall achtern 2,65 m 54 mm Tiefgang 4,7 m 94 mm Höhe (von Unterkante Kiel bis Großmastflaggenknopf) 56,0 m 1120 mm     Die wichtigsten Quellenangaben:  "Abhandlung über den Schiffsbau um 1620" - Anonyme Abschrift ohne Titel; Manuskript aus dem frühen 17. Jahrhundert, eine Veröffentlichung von W. Salisbury "A Ship is a concave body ..." zu deutsch "Das Schiff ist ein konkaver Körper" - Original angeblich von M. Baker, deutsche Übersetzung von Peter Kirsch in seinem Buch "Die Galeonen". "Mallung nach dem Hauptspant" von Matthew Baker "A Treatise on Rigging" von 1620 - Anonym, bearbeitet von W.Salisbury "The Seamańs Dictionary" von Sir H. Mainwaring Sämtliche Schiffsdarstellungen von Pieter Breughel Modell einer flämischen Galeone, jedoch ohne Galerie aus dem Musee de la Marine, Paris Modell des Großen Lübecker Adlers, der zwar als große Hansekogge bezeichnet wird, was aber ziemlich fraglich ist, weil das Zeitalter der "wirklichen" oder "ursprünglichen" Koggen um 1530 schon abgelaufen war. Eigentlich hat die Adler mit den früheren sogenannten "Hansekoggen" nichts gemeinsam. Dieses Schiff war der letzte Versuch der Hanse, ihre mittlerweile tüchtig verringerte Hegemonie zu retten. Trotzdem zeigt es eine große Ähnlichkeit mit den flämischen Karracken und Galeonen. Deutsches Museum München und Schiffahrtmuseum Bremenhafen verschiedene Fachbücher Laszlo Szeibel
Sonntag, 13. Januar 2008
  Oder: Wieviel Zeit und Geduld benötigt man für den Bau eines besonderen Modells? Es ist mittlerweile etwa 30 Jahre her, dass ich mir das Buch "Das Schiff" von Björn Landström gekauft habe. Tagelang bewunderte ich die vielen, bunten, farbigen Abbildungen der Schiffe. Von welchem Vorbild soll ich ein Modell bauen; Great Harry, Galeere La Reale, Royal Prince, Royal Sovereign of the Seas, St. Louis? Letztendlich fiel meine Wahl auf die Die Flämische Galeone, 1593, die auf den Seiten 124 - 125 abgebildet worden ist. Leider es ist nur eine Seitenansicht; wunderbar bunte, um nicht zu sagen "kitschige" Renaissance-Zierden und -Ranken. Schon damals hatte ich mich mit dem Bazillus der besonderen und exotischen Schiffe - über die französische Schebecke und die arabische Ghanja - angesteckt. HMS Victory und Golden Hind werden von von fast allen Modellbauern gebaut. Diese Aussage soll keine Abwertung sein! Nur eine Tatsachenfeststellung! Die Welt ist voll mit mehr als 100.000 schlechter und schlechtester Modelle dieser Vorbilder - meine Anfängermodelle inbegriffen. Warum nicht lieber ein außergewöhnliches Vorbild suchen? Obwohl die französische Schebecke damals, 1972, nur in Ungarn exotisch war, nicht aber in den Länder oder bei der Nationen, die selber auf eine vielhundertjährige Schiffsbau-geschichtliche Tradition zurückblicken können!
Sonntag, 06. Januar 2008