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Le Mirage

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Die Knüpferei nahm einfach kein Ende. Monatelang die Versuche, die Segel halbwegs nach Bauplan und eher nach den Zeichnungen der Le Phenix mit all den Seilen anzubringen. Das war insofern von vornherein zum Scheitern verurteilt, als in dem Phantasieplan so gut wie keine Nagelbänke vorgesehen waren und bestenfalls in den Relings Belegnägel geplant waren. Bei der Anbringung der Segel wurden nun aber etwa drei Mal so viele Belegnägel benötigt als vorbereitete Stellen zur Verfügung standen. Völlig deprimiert habe ich daher die Dichte der Belegnägel im vorderen Schanzkleid verdoppelt und an Back – und Steuerbord einfach erweitert. Nagelbänke um die Masten herum jetzt noch anzubringen, hätte bedeutet, die Wanten und Segel wieder abzubauen und alles neu zu machen, denn man kam ja kaum noch ran. Das Modell nähert sich damit leider immer mehr einer semiprofessionellen Takelung, die zwar für den Laien herrlich kompliziert und vielleicht sogar logisch aussieht, für den Profi aber viele Fragen aufwirft. Ich tröste mich damit, dass die Kapitäne im 17. Jahrhundert oft sehr eigensinnig eigene Takelagen anbringen ließen, die von den Plänen abwichen. Mit der Anbringung der Takelgarne im Bugbereich kam noch ein kritischer Punkt des Modells zum Vorschein. Die Buggeschütze waren laut Plan so angebracht, dass beim ersten Schuss die gesamte Takelage im Bug weggeflogen wäre!! Also – alles wieder alles ab, den Bug neu verkleidet, neue Geschützpforten angelegt, die Takelage verdichtet über Seilführungen am Bugspriet und dann ging es halbwegs. Zumindest können die beiden jetzt außen angebrachten Geschütze entweder nach vorn oder mit leichter Drehung seitwärts benutzt werden, das macht so schon eher Sinn. Der Bug sah dann so aus: alt ....................... neu.
Dienstag, 01. Januar 2008
Bis hierher war alles noch Spaß – jetzt wurde es richtig ernst. Im Baukasten war nur eine rudimentäre Takelung beschrieben und dann noch ohne Segel. Mir blieb also auch hier nichts weiter übrig als gründlich zu recherchieren. Hätte ich auch dies mal sehr viel früher getan, dann hätte ich gemerkt, dass die Leinenbefestigungen auf dem Deck kaum den Erfordernissen einer Volltakelage entsprechen und dass einfach vieles schlicht falsch war. Basis meiner Takelage wurde ein Bauplan der LE PHENIX aus dem Marinemuseum in Paris. Den Tipp zu diesem Bauplan erhielt ich in einem Forum und es zeigte sich, das das Phantasieschiff Mirage der Le Phenix sehr sehr nahe kam. Im Bauplan erkannte ich, dass die von mir ermittelten Maße der Segel fast auf den Millimeter stimmten und selbst die Rahen waren exakt die der Mirage. Nur – die Knechte, Schothörner und Blöcke saßen ganz wo anders. Alles wieder abreißen? Ich entschied mich zu dem Kompromiss, dass ich die Leinen dann eben so befestigte, dass sie dem Bauplan nahe kommen. Das zeigt, das man vor dem Bau eines Modells wirklich restlos alles vorher recherchieren muss und es keinesfalls genügt, wenn man nach dem (falschen) Bauplan einfach loslegt oder dem gar vertraut. Takelage ist etwas sehr fummeliges, das sehr viel Geduld und Zeit kostet. Viel Garn (bei mir alles als "richtiges" Seil) geht dabei drauf. Man braucht verschiedene Stärken von 0,25 bis 0,8mm. Blöcke von 2 – 10 mm, wovon nur ein Bruchteil dem Kasten beilag. Belegnägel fehlten auch in Größenordnung und mussten nachbestellt werden. Die Fummelei mit der Takelage ist wirklich sehr zeitaufwändig und je mehr man von den Seilen "verlegt" hat, umso weniger kommt man an die Knechte ran. Will man durch das Strippengewirr mit einem Messer auf einen Knecht hin steuern, um dort was abzuschneiden – trifft man nach Murphy absolut sicher eines der Seile auf dem Weg dorthin mit der Messerschneide. Da ich alle Seile relativ straff spannte um das natürliche Längen der Seile zu berücksichtigen, flog dann jedesmal ein Stück der Takelage durch die Gegend. Neben den Knechten und den Belegnägeln sind ja die Rollen der Seile zu platzieren. Diese fertigte ich separat und klebte sie dann dagegen. Knoten versuchte ich so klein wie möglich zu halten und fixierte sie immer mit Sekundenkleber. Dennoch sind natürlich die Knoten den Originalknoten nicht wirklich ähnlich. Auf den Fotos sieht man die Baustellen dazu. Die Takelage ist etwa zur Hälfte fertig und hat bis hier etwa 5 Monate an Zeit gekostet. Mir ist klar, dass ein Profi manche Dinge davon kritisch betrachtet – der Fehler liegt aber eindeutig im falschen Bauplan und der erst sehr spät erfolgten Detailrecherche zur Takelung. Das lässt sich einfach nicht mehr ändern. Lothar Reinhold www.lr-softwareservice.de/mirage.htm
Donnerstag, 17. Mai 2007
Die Segel sind ein trauriges Kapitel geworden. Mit dem Baukasten konnte man für 60 Euro einen Satz Segel vorgefertigt kaufen. Wie allgemein üblich färbte ich die Segel mit Tee und "stärkte" sie mit einer Ponallösung. Die Segel hatten eine etwas unkonventionell Nahtform der Bahnen, die man selbst nicht nachvollziehen konnte (s. Foto), daher ergänzte ich die Dichte der Bahnen maßstabsgerecht mit Bleistiftlinien und die Verstärkungen bildete ich nach durch sehr dünne Aquarellfarben. Genüsslich fertigte ich die Legel und Schothörner. Ein Liektau anzubringen war durch den schon vorhandenen Saum nicht möglich. Also waren nach etwa 2 Monaten alle Segel fertig und konnten an die Rahen geknüpft werden. Hier kam die Überraschung. Alle Segel waren entschieden zu klein. So stark konnten sie unmöglich durch das Einfärben mit Tee eingegangen sein. Die ganze Arbeit war umsonst. Bevor ich nun aber einfach die vorhandenen Segel größer fertigte, begann ich mich gründlich mit den Segeln zu beschäftigen. Aus den Modellbauforen holte ich mir viele Ratschläge und Hinweise auf Literatur. Ganz besonders geholfen hat mir das Buch "Bemastung und Takelung von Schiffen des 18. Jahrhunderts" aus der ehemaligen DDR aus dem Jahr 1986 – war trotz Alter nicht unter 60 Euro zu haben, aber sein Geld wert. Leider musste ich damit aber auch erkennen, dass die Takelung des Schiffes und natürlich der Segel im Modell viele Fehler hatte, die nicht mehr zu korrigieren waren. Aus diesem Buch entnahm ich eine Tabelle eines ähnlichen Schiffes und stellte die Relation dann zu meinem Modell her. In Corel Draw zeichnete ich alle Segel, druckte sie aus und übertrug sie auf das Leinen, dass ich mir von Krick liefern ließ (40x80cm für stolze 18 Euro). Drei Bahnen waren für die wesentlich größeren Segel nötig. Das Leinen hatte ich zuvor sehr intensiv mit Ponal gestärkt. Dadurch konnte ich das Nachgestalten der Verstärkungen mit der Aquarellfarbe vornehmen, ohne das die Farbe verlief und auch das Fixieren der Bändsel mit verdünntem Ponal hinterließ keine Flecken. Von Vorteil war diese Stärkung auch für das Anbringen des Liektaus, das ich mit Sekundenkleber-Gel anbrachte und das ebenfalls keine Flecken hinterließ (nur auf meinen Fingern). Die Legel und Schothörner usw. fixierte ich zuvor mit wenigen Stichen. Alle Segel wurden auch umnäht. Im Foto sieht man, dass das Liektau durch dieses Verfahren viel sauberer anliegt, als würde man es mit kleinsten Stichen versuchen zu wurmen. Somit also alles noch mal von vorn und dann an die Rahen. Anbindung an die Rahen: Die Löcher für die Taue wurden mit einem Lötkolben mit gefeilter Spitze eingebrannt und waren daher gleichmäßig und sauber. Jedes Tau war einzeln und wurde mit Sekundenkleber fixiert. Irgendwann waren dann auch mal alle Segel fertig Lothar Reinhold www.lr-softwareservice.de/mirage.htm
Donnerstag, 17. Mai 2007
Drei Monate dauerte das Knüpfen der Wanten in allen drei Ebenen. Dann begann das eigentliche Takeln. Jeder Block wurde noch einmal mit der Hand sorgfältig auf Grate hin befeilt und nachgebohrt. Wenn ein Block erst einmal verbaut ist, kommt man kaum noch ran. Alle Seile sind straff gespannt worden – fast wie Saiten, aber gleichmäßig auf beiden Seiten. Nach einigen Tagen merkte man dann, dass die "richtigen" Takelgarne gelängt hatten und nicht mehr ganz so straff saßen. Die Maste wurden schrittweise aufgebaut und ebenfalls verlängert. Bei den Takelgarnen wurde versucht, die Zeichnung immer an der Literatur zu messen – das gelang nicht. Die Zeichnung wich in vielen Details von den Hinweisen von Mondfeld und anderen ab, ich gab dann auf und hielt mich an die Zeichnung und an die ziemlich schlechte italienische Bauanleitung. Nur in einigen Details verfeinerte ich die Anbringungen. Hier sieht man, das die Jungfern an Metallstreben befestigt sind und darin Haken, die die Taue halten. Das ist so eines der Details, die von der einfacheren Zeichnung abwich und die ich durch gelötete Messingdrähte und entsprechend gefertígte Haken realisierte. Der Bugmast (Klüverbaum) hat teilweise unverständliche Taue an sich – ich hielt mich aber an die Zeichnung und dabei auch sehr genau an die sehr unterschiedlichen Garnstärken, die generell je höher umso dünner wurden. In der obersten Ebene waren es 0,3mm und dazwischen 0,4 bzw. 0,6 mm. Verkleidete Garne wurden auch verkleidet – hier der Bugspriet- Stag aus verkleideten 1,2 mm Garn zum Mast. Nach etlichen Versuchen hatte ich es aufgegeben die Garne selbst zu verkleiden – das Ergebnis war einfach nicht perfekt genug – und bezog die Garne von der schon oben genannten Adresse – von da waren sie absolut perfekt. Der Gesamteindruck des Modells in dieser Bauphase mit Stand September 2006 ist durch die "Strippen" schon ein ganz anderer. Damit betrug die Bauzeit bis hierher 21 Monate. Tauwerke, die über Blöcke gespannt wurden und in Belegnägeln endeten, habe ich nach einigen Tagen nachgespannt und dann über den Belegnagel vorbereitete Tauwerkbündel geklebt. Weiter oben in einem Bild zu den beim Knüpfen angewandten Schablonen sieht man ein solches Taubündel besser. Stehendes Gut ist immer mit schwarzem Garn gestaltet. In der Literatur wird oft empfohlen braunes Garn oder graues Garn zu nehmen – ich fand das schwarze optisch besser – und so weit ist es von der Realität ja auch nicht weg. Durch die Verwendung von "echten" auf einer Reeperbahn gefertigten Seilen ist der feine optische Eindruck des Takelwerkes enorm besser als bei den im Baukasten enthaltenen groben Garnen. Dafür muss man allerdings sehr viel sorgfältiger arbeiten und eben nicht nur einfache Knoten fertigen, sondern eben richtig binden oder gar spleißen. Lothar Reinhold www.lr-softwareservice.de/mirage.htm
Donnerstag, 17. Mai 2007
Teil 4 – Tauwerk Bis hierher hat es Spaß gemacht – nun wird es langweilig, so sollte man nicht denken. In Holz zu arbeiten mit den Werkzeugen ist aber tatsächlich etwas anderes als die Fummelei mit den Garnen. Die Probleme fangen schon mit der Auswahl der Garne an. Es sollten keine fussligen Nähgarne sein, sondern möglichst echt aussehende kleine Seile. Nun kann man die selbst auf einer gebastelten Reeperbahn erstellen oder kaufen. Ich entschied mich für kaufen und nutzte eine Adresse im Internet zur Bestellung. Die dort erhältlichen Seile sind zwar aus Polyester, sehen aber sehr gut aus und sind wirklich wie Seile zu behandeln, das heißt, sie können nicht einfach geschnitten werden ohne die Trennstelle vorher mit einem Mikrotropfen Sekundenkleber oder Wärme zu fixieren und sie längen auch nach. Das nimmt man aber gerne in Kauf, wenn man das Ergebnis sieht. Diese Taue sind relativ teuer und werden in 5m Stücken verkauft, lassen dafür aber von der Optik her keine Wünsche offen. Hier der Link für die Garne: http://home.foni.net/~agondesen/tauwerk.htm#Zwirn Bei dieser Adresse erhält man auch bekleidete Garne in jeder Stärke und von einer sehr guten Qualität. Allerdings nur in 1 Meter Stücken. Dabei benötigt man für die vorderen Wanten schon insgesamt fast 10m. Die benötigten Längen darf man insgesamt nicht unterschätzen. Ich habe von den benötigten Stärken anfangs je etwa 30m bestellt – und die waren schnell aufgebaucht. Das Ankertau stammt aus dem Baukasten und ist einfach schlecht. (Ich tauschte es dann auch aus) Alle anderen Taue habe ich auch nicht aus dem Bausatz genommen. Viel Geduld ist von Nöten und man darf den Sekundenkleber nicht unterschätzen. Zweimal stand ich mit zusammengeklebten Fingern und spülte diese in Aceton solange, bis die Finger sich trennten. Als Werkzeug dienen vor allem eine Pinzette mit Klemmfeder und eine spezielle Zange mit geradem Schnitt, mit der man sehr nah an die Schneidestelle herankam, so dass die Wanten nicht aussehen wie eine Kleiderbürste. Als Kleber kommt UHU Sekundenkleber mit aufgesteckter Kanüle zum Einsatz, der wirklich blitzschnell fest wird. Andere Kleber benötigen zu lange zum Aushärten. Die Arbeit beginnt mit den Wanten. Dazu sollte man unbedingt einen Abstandshalter in X – Form aus hartem Messing für die Jungfern löten, damit man die Seile mit der anzuklebenden Jungfer so straff vorspannen kann, dass nachher im gespannten Zustand die Abstände auch möglichst gleich sind. Die Stropps, also das lose Ende um die Jungfer sollte immer zum Heck zeigen. Hier gibt es zwar widersprüchliche Aussagen in der Literatur, aber ich habe es einfach so gemacht. Die Wanten als stehendes Gut sind aus 0,8 mm Seil schwarz und die Spannseile aus 0,6 mm hell. Als unterste und oberste Linie für die Wanten verwendet man je einen Messingsdrahtsteg, den man dann natürlich schwarz färben muss, um die Abstände der stehenden Seile bewahren zu können. Für das Knüpfen der Wantensprossen (0,4mm in der untersten Ebene und 0,25mm in den oberen Ebenen) mit dem dafür bekannten Knoten kommt man nicht umhin, mit einer Schablone zu arbeiten. Für eine Seite eines Mastes muss man dann aber schon so 4h Knüpfen rechnen! Wenn man das Foto hier aufmerksam betrachtet, sieht man, dass die Stropps falsch angeordnet sind – das passiert, wenn man wochenlang Jungfern setzt – musste natürlich noch einmal gemacht werden. Die Verwendung eines sog. Wantenknüpfers verbietet sich schon im Ansatz, da man die nötigen Abstände und die waagerechte Lage der Seile (waagerecht zur Wasserlinie) damit nicht gestalten kann. Hat man zu straff geknüpft, ist es durch die „echten“ Seile kein Problem, eine Dehnung herbeizuführen und damit die in der Realität ja auch durchhängenden Seile abzubilden. Für die hier sichtbare Knüpfarbeit in der unteren Ebene und das Setzen der Wanten in der mittleren Ebene habe ich etwa 2 Monate benötigt. Hier die Schablone, die Zeilen in 6mm Abstand enthält. Eigentlich dürften es bei Maßstab 1:75 nur 4mm sein, hier hat die Geduld aber meine Grenze erreicht und ich entschied mich für 6mm Abstand. Die Spanntaue werden hinter den Jungfern final hochgeführt und oberhalb gebunden. Hier hilft jeweils ein winziger Tropfen Sekundenkleber. Anfang August 2006 waren dann auch die Wanten in der „mittleren“ Ebene gespannt, so dass hier erneut das große Knüpfen beginnen konnte. Link zur Lothars Seite über die Mirage
Dienstag, 22. August 2006
Beim Einbau der Treppengeländer und Treppen war mühselige Kleinarbeit und Genauigkeit gefragt. Die Kanonenluken wurden alle ebenso aufgwendig im Inneren mit kleinen Holzleisten als äußere Umrandung versehen. Beim Bohren der runden Kanonenöffnungen verkeilte sich in einem Loch natürlich der Bohrer (9mm) und riss rundherum die gesamte Bordwand auf. Mehrere Tage Zusatzarbeit. Ab da wurde ein solches Loch nur noch gefräst. Die mitgelieferten Metallteile für Pfosten und Luken usw. sind sehr sorgfältig gearbeitet und tatsächlich vergoldet. So sieht es denn aus: Der Rohbau der Treppen: Stand August 2005: Die Decksausrüstung ist schon aufgebracht – auch die Treppen. Die Treppen gefielen mir aber nicht und ich setzte später dann die restlichen Geländerspindeln anstelle der Holzstäbe ein. Die Luken und die Rüstleisten sind geformt und mehrfach nachgebessert. Die vergoldeten Teile sind bemalt. Hier noch nicht lackiert – daher noch glänzend: Das Heck mit dem Zierrat und den Geländern hat viel Mühe aber auch Spaß gemacht. Insbesondere die Geländer erforderten sehr sorgfältige Arbeit. Die Metallteile sind alle mehrfach durchbohrt und mit Messingdrahtsplinten befestigt. Die Kanonen auf dem Deck sind relativ klein – man sieht es am beigelegten Lineal. Deren Takelung hätte erfordert, in die seitlichen Takel, also innerhalb etwa 6mm zwei Blöcke einzubringen. Ich habe es mit 3mm Blöcken versucht, dann aber aufgegeben und diese – nicht ganz korrekte Form der Takelung vorgenommen So hätte die Takelung aussehen müssen! Also innerhalb der 6mm Länge zwei Blöcke! Ich weiß aus der Literatur, dass es Leute gibt, die das können – der Aufwand erschien mir aber zu hoch. Die Lukendeckel wurden je Luke passgenau angefertigt und mit „Scharnieren“ aus gebogenen Messingnägeln versehen, die tatsächlich funktionieren. Die Kanonen sind eingesetzt und die Rüstjungfern mit Rüsteisen ebenfalls. Rüsteisen waren zwar im Baukasten beigefügt – aber viel zu kurz. Daher habe ich die Rüsteisen aus 0,6 Messing gebogen, verlötet und danach schwarz gefärbt. Daher konnte ich die Lage der Rüsteisen wesentlich besser bestimmen, denn die Winkel zu den Masten sollen ja stimmen. Bei den Masten sind die Winkel genau eingestellt, das heißt die hinteren Masten leicht schräg nach hinten geneigt. Dies ist der Stand Mai 2006. Die Masten sind bereits eingesetzt. Sie wurden mit der Modelldrehbank gefertigt. Dieses italienische Modell glänzte durch absolute Nichtfunktion und ich musste, angefangen vom Netzteil bis zur Aufnahmespindel alles erst mal funktionstüchtig machen – also absolut nicht zu empfehlen. Die Hälfte der Masten habe ich dann wutentbrannt manuell gefertigt. Das Ankertau stammt aus dem Baukasten und ist einfach schlecht. Alle anderen Taue habe ich mir über eine Mailadresse senden lassen. Diese Taue sind zwar relativ teuer und werden in 5m Stücken verkauft, lassen aber von der Optik her keine Wünsche offen. Hier der Link für die Garne: http://home.foni.net/~agondesen/tauwerk.htm#Zwirn Das ganze Modell ist mit Airbrush und Mattlack lackiert. Dabei hatte ich nicht bemerkt, dass die große Druckflasche umgekippt war und etwa 20 s lang nicht nur Gas, sondern auch das Flüssiggas durch die Pistole kam. In den 20 s hatte ich gerade einen Schwenk über das ganze Schiff gemacht. Der versprühte Lack wurde plötzlich schneeweiß und brüchig. Man möge sich vorstellen, wie viele Wochen vergingen, bis dass alles wieder abgekratzt war. Leider blieben kleinste Stellen doch übrig – ist eben Lehrgeld. Auf dem Deck sind alle Befestigungen, Klampen, Blöcke usw. nach Bauplan angebracht, da man mit Beginn der Takelung hier nirgends mehr ran kann. Bug und Heck sind fertig gestellt. Im Heck sind vorerst noch keine Kanonen eingesetzt – das kommt vielleicht noch. Somit sind die Kanonenluken erst einmal „zur Belüftung“ halb offen dargestellt. Das Modell sieht erst einmal schon fast fertig aus. Was die Qualität betrifft, ist nüchtern fest zu stellen, dass es der Freude eines Hobbymodellbauers sicher genügt, aber keinesfalls den Profis, die auch französische Schiffe bauen, gerecht wird. Es soll ja auch nur Spaß machen. Will man sich wirklich vergleichen, findet man hier vieles wonach man nur noch denkt – wie machen die das: http://perso.wanadoo.fr/gerard.delacroix/sommaire.htm von Lothar Reinhold Link zu Lothars Seite über die Mirage
Montag, 03. Juli 2006
Mitgeliefert sind drei verschiedene Nussfarben und eine gelbe Holzart (gefärbt). Die Zweitbeplankung wurde nach dem als holländisch bezeichneten Abschrägungen im Heck und Bug vorgenommen und darauf geachtet, dass keine spitzen Enden mit wenige als einem Drittel der Plankenbreite entstehen. Generell wurde, aus leidvoller Erfahrung, nicht versucht, die Planken einzeln zu verlegen. Die Zweitbeplankung ist daher weitestgehend als möglichst lange Planke verlegt und danach gemäß dem bekannten Verlegemuster auf den angenommenen Spanten mit Schnitten so versehen worden, als wäre die Planke aus jeweils 6 cm langen Stücken einzeln verlegt worden. Alle Planken wurden zuvor seitlich mit einem Bleistift schwarz eingefärbt. In die Schnitte nach je 6cm wurde mit einem Bleistift auch die „Trennfarbe“ eingebracht. Der Kiel wurde mit Mahagoni 5x0,5 furniert. Beim Einfärben der Kanonenluken mit roter Acrylfarbe gab es eine kleine Katastrophe. Die noch nicht lackierten gelb eingefärbten Leisten wirkten wie Kapillarlinien und nahmen die rote Wasserfarbe bis weit in die Leisten auf. Diese Leisten mussten alle ausgetauscht werden – zwei Tage Arbeit. Hier wird gerade das Deck eingesetzt. Zum Biegen der Planken wurde der Lötkolben mit dem genialen Kurvenaufsatz verwendet – kostet zwar fast 50 Euro – ist aber das Geld wert. Alle Holzoberflächen sind geschliffen und noch nicht lackiert, daher die mehlige Sicht. Zum Abziehen des Rumpfes kam übrigens sehr erfolgreich eine speziell dazu von Krick ver-triebene Ziehklinge mit verschiedenen Kurvenradien zum Einsatz Die Sicht von der Seite. Stand Anfang April 2005 Die Spanten wurden imitiert, indem entlang der Spantenabstände mit einem 2B Bleistift die „Nägel“ und die Plankenübergänge gezeichnet wurden. Danach wurde das Deck beplankt und alles lackiert – vorerst noch mit Pinsel. Airbrush ist erst geplant, wenn der Rumpf fertig ist. Bisher wurden alle Klebearbeiten ausschließlich mit dem Holzleim Ponal Express ausgeführt und sorgfältig darauf geachtet, dass kein Leim verblieb auf den Oberflächen. Beim Lackieren mit Clou Holzversiegelung gab es dann eine heftige Überraschung. Der Leim war zwar weggewischt worden, war aber offenbar mit Restspuren dennoch vorhanden. Diese Restsspuren gingen mit dem Lack eine weiße Verbindung ein – ich musste den gesamten Lack wieder abschleifen!!! Kleine Spuren verblieben dennoch. Fazit – nie mehr diesen Lack und eben nur noch den teuren Modelmasterlack nehmen! Deckaufsicht - Decksplanken bereits im lackierten Zustand und Blick auf den Bug. Die Geländer sind gerade in Arbeit. Die Rüsthölzer fehlen noch Bug – noch nicht lackiert Stand 15.05.2005: Der Ärger mit dem Lack lässt nicht nach! Versuche mit einem verdünntem mattem ModellMaster-Lack ergaben, dass die Haltbarkeit und Deckung durch die Verdünnung deutlich besser wird, dafür aber der Mattglanz zugunsten eines richtigen Glanzes verschwindet. Das könnte Probleme beim Airbrush bringen. von Lothar Reinhold Link zu Lothars Seite über die Mirage
Montag, 03. Juli 2006
Le Mirage – Teil 1 Rohbau des Rumpfs Der Baubeginn des Corel-Bausatz der Mirage im Maßstab 1/75 war am 25.12.2004 – und ab diesem Zeitpunkt baute ich fast täglich. Das Skelett auf einer Helling (die noch vom letzten Schiff die Arbeitsspuren trägt) war schnell zusammengebaut. Auch die ersten Planken waren schnell verlegt. Sehr gutes, weiches Holz ohne jeden Ast ließ sich hervorragend verarbeiten. Zum Kleben wird nur Ponal Express verwendet. Genagelt wird nicht, da das Holz sehr weich ist, genügen die Nadeln. In den Spanten waren Nuten zur genauen Lage der ersten Planken gefräst. Hinter den Planken werden für die Blindkanonen bereits Kästen geklebt. Damit konnte man die Lage der Luken recht genau erkennen und berücksichtigen. Anstelle des mitgelieferten Hartholzfüllkörpers im Bug verwendete ich schnell aushärtende Plastikmasse, da man so viel genauer arbeiten kann und da das Hartholz einfach wirklich hart war. Nach Fertigstellung der Beplankung wurde zweimal verspachtelt und geschliffen. Die dann angezeichneten Linien entsprechen den vorgesehenen Rüstleisten und damit dem Verlauf der zweiten Beplankung in den verschiedenen Farben des Holzes. Das Heck und der Bug wurden mit 4x 0,5 mm Nussfurnier beplankt. Füllhölzer schaffen eine Rundung unterhalb der eingefügten Grundplatte im Heck. von Lothar Reinhold Link zu Lothars Seite über die Mirage
Montag, 03. Juli 2006