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Leichter Kreuzer Tama (1/350)

Das Original

"Die Tama (jap. 多摩) war ein Leichter Kreuzer der Kaiserlich Japanischen Marine und das zweite Schiff der insgesamt fünf Einheiten umfassenden Kuma-Klasse. Benannt wurde der Kreuzer nach dem Fluss Tama in der Region Kantō im östlichen Honshū.

Das Schiff wurde von der Mitsubishi-Werft in Nagasaki erbaut. Die Kiellegung fand am 10. August 1918 statt, der Stapellauf etwa anderthalb Jahre später am 20. Februar 1920. In Dienst gestellt wurde die Tama am 29. Januar 1921. Die Schiffe der (5.500 t) Kuma-Klasse waren prinzipielle Weiterentwicklungen der 3.500-t-Kreuzer der Tenryu-Klasse und konnten aufgrund der Vergrößerungen mit stärkeren Maschinen, einem höheren Freibord und mehr Unterkünften für Matrosen ausgestattet werden. Wie die Schiffe der Tenryu-Klasse hatten die Schiffe der Kuma-Klasse ebenfalls sehr leichte Brückenaufbauten und einen internen Seitenpanzer mit 25 mm mit zusätzlichen 38-mm-Platten verstärkt. Die Hauptbewaffnung bestand bis zum Umbau 1944 aus sieben 140-mm-L/50-Geschützen, die Flakbewaffnung war bis dahin mit lediglich zwei 6,5-mm-Typ 3-Maschinengewehren und zwei 25-mm-Typ 96-Zwillingsflak recht schwach.

Bauwerft:                                                                     Mitsubishi, Nagasaki
Kiellegung offiziell:                                                          10.08.1918
Stapellauf:                                                                    10.02.1920
Indienststellung:                                                            29.01.1921
Länge (KWL):                                                               162,15 m
Geschwindigkeit:                                                           max. 36 kn
Bewaffnung (ab 1921):                                                  7 × 1 L/50 140 mm
                                                                                  2 × 2 Typ 96 25mm
                                                                                  2 × 1 MG 6,5 mm Typ 3
                                                                                  4 × 2 Torpedorohr Ø 53,3 cm

Werdegang

Nach der Indienststellung war die Tama in Yokosuka stationiert und übernahm Stützpunkt- und Trainingsaufgaben sowie offizielle Staatsmissionen. Dabei transportierte der Kreuzer im August 1925 die Leiche des amerikanischen Botschafters Edgar A. Bancroft, welcher am 27. Juli nahe Tokio verstorben war, von Tokio nach San Francisco. Ab 1932 operierte das Schiff in chinesischen Gewässern und war zeitweilig auf Formosa stationiert. 1935 besuchte der deutsche Marineattaché in Japan, Kapitän z. S. Paul Wenneker – später Kommandant des Panzerschiffes Deutschland – den Kreuzer. Im Rahmen des Ausflugs, organisiert vom Marinedistrikt Yokosuka, besuchte Wenneker auch das Schlachtschiff Kongō sowie das U-Boot I-2. Von den Schießvorführungen soll der deutsche Attaché dabei wenig beeindruckt gewesen sein. Ab Herbst 1941 – die Tama war mittlerweile dem 21. Kreuzergeschwader zugewiesen worden – wurden der Kreuzer und seine Schwesterschiffe einer kurzen Überholung unterzogen und erhielten einen kriegsgemäßen Tarnanstrich. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 wurde die Tama zunächst in den nordjapanischen Gewässern als Patrouillenschiff eingesetzt. Dabei erlitt sie bei den Kurileninseln Beschädigungen in einem schweren Orkan und musste Ende Dezember 1941 zeitweise in Yokosuka ins Dock. Im März und April 1942 wurde der Kreuzer, gemeinsam mit seinem Schwesterschiff Kiso, zeitweilig erfolglos zur Jagd nach den Flugzeugträgern von Vizeadmiral William F. Halsey eingesetzt, die am 18. April mit B-25-Bombern den ersten amerikanischen Luftangriff auf japanisches Territorium im Zweiten Weltkrieg ausgeführt hatten (Doolittle Raid). Im Juni 1942 nahm die Tama, als Teil der 5. Flotte von Vizeadmiral Boshiro Hosogaya, an der japanischen Kampagne zur Eroberung der Aleuten-Inseln Kiska und Attu teil und verblieb danach in diesen Gewässern. Zwischen Juni 1942 und März 1943 pendelte der Kreuzer zwischen Attu, Kiska und den japanischen Heimatstützpunkten und übernahm Versorgungs- und Sicherungsaufgaben.

Am 26. März 1943 wurde die Tama, gemeinsam mit den Schweren Kreuzern Nachi und Maya, dem Leichten Kreuzer Abukuma und fünf Zerstörern, in die Seeschlacht bei den Komandorski-Inseln, rund 100 Seemeilen östlich von Kamtschatka, verwickelt. Die Japaner brachen die unentschiedene Schlacht letztlich ab, bescherten den zahlenmäßig unterlegenen Amerikanern aber einen strategischen Erfolg, da die Japaner auch ihre Nachschubfahrt nach den Aleuten abbrachen. Im Verlauf der Schlacht erhielt die Tama zwei 12,7-cm-Treffer von US-Zerstörern, welche aber nur unwesentliche Schäden und keine Personalverluste verursachten. Nach der Aufgabe der Aleuten durch die Japaner verlegte die Tama zusammen mit ihrem Schwesterschiff Kiso im September 1943 in den Südwestpazifik. Der Kreuzer unternahm in der Folgezeit Truppentransportfahrten zwischen Truk, Rabaul und den japanischen Heimathäfen, wobei die Tama am 21. Oktober 1943 nördlich von Bougainville bei einem Angriff australischer Bristol Beaufort-Bomber durch Nahtreffer einige Schäden am Rumpf erlitt. Die Reparatur in Yokosuka dauerte bis Dezember 1943. Dabei wurde zugleich die Flak-Bewaffnung des Schiffes verstärkt. Zwischen Januar und Juni 1944 diente die Tama als Wach- und Trainingsschiff und verblieb in den japanischen Heimatgewässern. Ab Ende Juni 1944 wurde der Kreuzer zu mehreren Truppentransporten nach den Bonin-Inseln eingesetzt und danach bis Ende August 1944 erneut eingedockt. Im Oktober 1944 wurde der Kreuzer im Rahmen der japanischen Gegenoffensive bei den Philippinen zur japanischen Nordstreitmacht von Vizeadmiral Jisaburo Ozawa detachiert und in die See- und Luftschlacht im Golf von Leyte verwickelt. Ozawas Verband, der nur eine Köderfunktion für die weit überlegenen US-Streitkräfte zu übernehmen hatte, erlitt am 25. Oktober 1944 in der Schlacht bei Kap Engano schwere Verluste durch amerikanische Trägerflugzeuge. Die Tama wurde dabei von einem amerikanischen Lufttorpedo in ihren Kesselraum Nr. 2 getroffen und stark beschädigt. Obwohl der Kreuzer nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 14 Knoten erreichen konnte, marschierte er alleine – die Sicherungszerstörer waren vollauf mit der Bergung von Überlebenden von anderen Schiffen oder mit eigenen Beschädigungen beschäftigt – in Richtung Okinawa, wo eine Reparatur hätte bewerkstelligt werden können. In den Abendstunden des 25. Oktober 1944, etwa gegen 20:50 Uhr, erfasste das Radar des amerikanischen U-Bootes USS Jallao nordöstlich von Luzon die alleine nach Okinawa zurückmarschierende Tama. Um 21.02 Uhr schoss das amerikanische U-Boot einen Fächer von vier Torpedos auf den beschädigten Kreuzer ab, welcher nur zwei Minuten später von drei Torpedos getroffen wurde. Die Tama explodierte nach den Treffern, zerbrach in zwei Teile und sank in nur fünf Minuten. Mit dem Kreuzer gingen der Kommandant, Kaigun-Taisa Iwata Yamamoto, und schätzungsweise 500 Besatzungsangehörige unter. Es gab keine Überlebenden. "

Zitat: Wikipedia, abgerufen 29. Dezember 2020

Der Bausatz / der Bau

Modell: Light cruiser Tama 1942/44
Hersteller: Ironclad (Aoshima)
Maßstab: 1/350
Material: Plastik, Fotoätzteile und Nassschiebebilder
Art.Nr.: 044223-7800
Preis: ~85 € (NNT-Modell)

Der Bausatz von Aoshima, welcher aus dem Jahre 2010 stammt, fand über die Hände meines Vaters Bernd den Weg auf meinen Basteltisch. Nachdem die Schachtel ein paar Jahre in meinem Regal einstauben durfte, stolperte ich 2016 über das zwischenzeitlich erschienene Zuberhörset der Firma Rainbow Models aus Asien. Dort enthalten: sieben Ätzteilplatinen, etliche Drehteile sowie einige Resinteile, welche eine perfekte, jedoch nicht zu überladene Ergänzung zum Bausatz darstellen. Der Bausatz von Aoshima, als auch das Zubehör von Rainbow ermöglichen ein Bau des Modells in der Ausführung 1942 oder 1944. Da das Schiff - tatsächlich als eines von Wenigen der japanischen Marine – 1942 ein Tarnschema trug, war der Bau recht schnell beschlossene Sache und geplant. Das Deckelbild ist einem der bekanntesten Bilder des Schiffes nachempfunden und zeigt das Schiff wie es 1942 vor der Küstenstadt Akkeshi lag. Dort war es zusammen mit seinem Schwesterschiff Kiso (ebenfalls mit Zweifarben-Tarnung) stationiert u.a. um mögliche amerikanische Flugzeugträger infolge Doolittle Raid ausfündig zu machen (siehe Kapitel Werdegang).

Ich baue meine Modelle stets in Wasserlinie als Diorama. Somit besteht der erste Arbeitsschritt eigentlich immer daraus, das Unterwasserschiff zu trennen und das Modell für die Diorama-Platte vorzubereiten sowie die Wasserfläche entsprechend vorzubereiten. Am Rumpf mussten darüber hinaus einige Änderungen vorgenommen werden, um das historische Vorbild exakter zu treffen. Die Position des verstärkten Panzergürtel, als auch die Plattenstöße waren nicht einwandfrei dem Vorbild entsprechend und mussten leicht modifiziert werden. Alle angegossenen Details an Deck wurden entfernt. Eine neue Plattenstruktur wurde anhand Klebebandmuster und mehreren Grundierungsaufträgen erzielt.

Die starke Verwitterung der Schiffe, welche teilweise in vereisten Gewässern patrouillierten, wurde anhand einer Maskiermethode mit Salz in unterschiedlichen Körnungen erzielt. Hierzu wurde das Schiff zunächst in der Grundfarbe lackiert. Anschließend wurden die Salzpartikel mit normalem Wasser auf das Modell positioniert und durch Trocknung fixiert. Dies wurde in der Tarnfarbe überlackiert und im Nachgang mit Ölfarben, Trockenmalen und Washings bearbeitet.

Der Bau der Aufbauten wie Kommandobrücke, Schornsteine und Katapult etc. ging leicht von der Hand.

Gelieferte Ätzteile und Bausatzteile waren weitestgehend stimmig. Als Literatur kann ich hier wärmsten die Hefte Gakken Vol.32 und Profile Morskie 22 empfehlen. Dort werden Details und Fehlstellen des Bausatzes bestmöglich aufgedeckt und ersichtlich.

 

Gebaut wurde hierbei grundsätzlich in Segmentbauweise. Grundfarben lackierte ich mit der Airbrush, alle weiteren Farben wurden mit Acrylfarben gepinselt. So auch beim vorderen Aufbau. Später schwer zugängliche Bereiche des Schiffes wurden soweit möglich fertiggestellt, bevor sie am Modell angebracht wurden. Hier gut zu sehen: Matrosen und Flaggenreservier waren bereits angebracht.

 

Weitere Segmente wie Bewaffnung, Schornsteine und Katapult wurden ebenfalls wie beschrieben gebaut, lackiert und am Modell angebracht. Die Konstruktion des Hauptmastes mit Bordkran wurde mit Trockenmalen und Pastelkreide hervorgehoben.

 

Die größten Schwachstellen des Bausatzes sind im Bereich Haupt- Achterdeck auszumachen. Angegossene bzw. im Bausatz befindliche Lüftungsöffnungen, Ventilatoren und Munitionsbehältnisse sind häufig falsch, nicht korrekt platziert und fehlen schlichtweg.

Zudem ist im Bereich der hinteren Splitterschutzwand, wo die Ersatzschwimmer des Bordflugzeuges gelagert wurden, am Modell einiges vergessen worden: Hier musste vieles neu aufgebaut werden! Als Vorbild diente im Wesentlichen das japanische Gakken-Buch (Vol.32).

  

Schiff und Mannschaft war zum Zeitpunkt der Darstellung harten Wetterbedingungen ausgesetzt, weshalb ich beim Bau dieses Modells eine Darstellung mit Schnee und Räumungsaktionen der Mannschaft darstellen wollte. Die Darstellung des Schnees war angesichts des Maßstabes ein bisschen kniffelig. Meine Wahl viel auf einen Mix aus Acryl und Glassstaub. Im Vorfeld unternahm ich Tests auf lackiertem Untergrund. Die Matrosen wurden leicht modifiziert, um die Räumungsaktion darstellen zu können.

Zuletzt wurden noch Bordflugzeug und Zug-Barkasse gebaut, welche das Diorama ergänzen.

  

Das Modell

  

Genaue Auskunft über investierten Stunden kann ich zwar nicht beziffern, aber der Bau dauerte aufgrund einiger Unterbrechungen von 2017 bis 2020. Die Darstellungen des Schiffes zeigt wie die Mannschaft das Schiff seeklar zum Auslaufen macht. Die Persenning der Geschütze wurden hochgerollt, Beiboote und Scheinwerfer werden ebenfalls abgedeckt und enteist.  Die Decks werden von übrigen Schneemaßen der vergangenen Nacht befreit. Das Bordflugzeug wurde „an Land“ gewartet und kehrt derweilen per Zugbarkasse zum Schiff zurück.

Die Takelage wurde zu Teilen aus gezogenem Kunststoff und Fädeldraht (Draht-Brücken in Elektronikschaltungen) hergestellt. Für die Verspannungen der Schornsteine wurde aus gezogenen Fäden eines feinem Filtergitters hergestellt. Die wellige Form vermittelt hierbei die Optik gewickelter Stahlseile.

 

Quellen

Fazit

Die Anleitung ist übersichtlich, der Aufbau sinnvoll und strukturiert und ich kann das Modell so auch jedem Anfänger ans Herz legen! Zudem bietet das Zubehör von Rainbow-Models jede Menge Bastelfreude. Dort enthalten sind zu überschaubaren Kosten wirklich sinnvolle Ergänzungen zum Bausatz. Alle Teile, die enthalten sind, ersetzen schwächere am Plastikbausatz, die Anleitung ist auch hier übersichtlich und zugleich ausführlich gestaltet.

Die Darstellung des Schnees und der Enteisungsaktionen habe ich bisher selten an einem Modell in diesem Maßstab gesehen und bin selbst mit der Umsetzung zufrieden.  

Am Rande danke ich meinem Vater Bernd, von dem der Bausatz stammt.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen, euch allen weiterhin frohes Basteln und vor allem viel Gesundheit

Daniel Villhauer