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Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Das Original

HMS Calcutta war ein Schiff der Capetown-Klasse von fünf Leichten Kreuzern, die zusammen mit der Ceres-Klasse (fünf Schiffe) und Caledon-Klasse (vier Schiffe) drei Untergruppen der C-Klasse von Leichten Kreuzern bildeten. Diese Klassen wurden gegen Ende des Ersten Weltkrieges gebaut und waren im Zweiten Weltkrieg noch im Dienst. Die Bewaffnung dieser Kreuzer im ursprünglichen Bauzustand war fünf 15,2-cm-Geschütze, zwei 7,6-cm-Flak und acht (4 x 2) 53,3-cm-Torpedorohren.

Mitte der 30er Jahren wurden die ersten Schiffe dieser Klasse – Coventry und Curlew – zu Flakkreuzern umgebaut. Die neue Bewaffnung bestand aus zehn (später acht) 10,2-cm-Flak in Einzellafetten sowie zwei (später eine) 2-pdr-Vierlings-Pom-Pom-Flak. Die nächsten zwei Schiffe, die als Flakkreuzer ab 1938 umgebaut wurden, waren die Calcutta und ihr Schwesterschiff Cairo. Diese beiden Schiffe erhielten acht (4 x 2) 10,2-cm-Flak in Doppellafetten, ein 2-pdr-Vierlings-Pom-Pom-Flak sowie acht (2 x 4) 12,7-mm-Flugabwehr-MG. Die Torpedorohre wurden entfernt.

Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Technische Daten Calcutta
Kiellegung: 18. Oktober 1917
Stapellauf:   9. Juli 1918
Fertigstellung:  21. August 1919

Länge: 137,2 m
Breite: 13,2 m

Antriebsleistung: 40000 WPS für 29 kn

Reichweite: 5000 sm bei 10 kn
                 2000 sm bei 28 kn

Geschütze: siehe Text

Besatzungsstärke: 400 (Friedensstärke), ca. 437 (Kriegsstärke)
                             Offiziere & Mannschaften

Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Der Umbau zum Flakkreuzer wurde im Juli 1939 beendet und ab September 1939 diente die Calcutta mit der „Home Fleet“ als Teil der „Humber Streitkräften“ als Flakschutz für Küsten-Geleitzüge in der Nordsee. Im April 1940 nahm die Calcutta am Norwegen-Feldzug teil und in Mai und Juni 1940 unterstützte die Calcutta die Evakuierung britischer und französischer Truppen aus Dünkirchen (Unternehmen „Dynamo“). Im August 1940 wurde sie ins Mittelmeer verlegt als Verstärkung für die „Force H“ in Gibraltar. Später war die Calcutta im Einsatz im östlichen Mittelmeer und bis ins Jahr 1941 wurde das Schiff zur Sicherung von Geleitzügen nach Malta und Truppentransporten nach Griechenland eingesetzt. Die Calcutta war ab Ende April 1941 an der Räumung von Griechenland und später an den Kämpfen um die Insel Kreta beteiligt. Am 1. Juni 1941 wurde die Calcutta von zwei deutschen Flugzeugen (Ju 88) nördlich von Alexandria angegriffen und von zwei Bomben getroffen. Das Schiff sank in wenigen Minuten. Der Kreuzer Coventry rettete 255 Überlebende, 116 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Das Modell

Der HP Models-Bausatz der HMS Calcutta ist meiner Meinung nach einer der besseren HP-Bausätze. Der Rumpf stimmt maßstäblich und viele der Teile für die Aufbauten sind gut detailliert und können verwendet werden. Dennoch, wie bei allen HP-Bausätzen, muss man selber die notwendigen Ätzteile aus eigenen Beständen beschaffen. Ich habe hauptsächlich Ätzteile aus verschiedenen WEM-Sätzen für britische Schiffe genommen.

Der Bau des Schiffsmodells war nur möglich mit Hilfe des Profile Morskie Heftes Nr. 38 „HMS Calcutta“. Gerade für die Detaillierung des Modells und den Eigenbau der Masten ist das Heft unentbehrlich.

Beim Zusammenbau der Brücke musste ich die Deckshäuser in der Höhe niedriger abschleifen, sonst wäre die gesamte Brücke zu hoch geworden. Dieses Problem hat man öfter bei Resinbausätzen wenn Teile für die Schiffsaufbauten aus einer zu dicken Resinplatte geschnitten werden müssen.

Der Dreibeinmast hinter der Brücke habe ich aus Polystyrol Rundstäben 0,7 mm (Evergreen) gebaut; der Großmast ist aus 0,5-mm- bzw. 0,3-mm-Messingrundstäben im Eigenbau angefertigt. Die beiden HACS-Geräte sind aus der „Restekiste“ mit neuen dünneren Entfernungsmessern, da die HP-Teile im Bausatz viel zu groß sind. Die Beiboote sind von Flyhawk, die 10,2-cm-Zwillings-Flak sind von Micromaster und das Pom-Oom-Vierlings-Geschütz von 3D Model Parts.

Für die Takelage habe ich hauptsächlich Kupferdraht verwendet, die Antennen zwischen dem Hauptmast und der oberen Brückenplattform sind aber aus 0,07-mm-Takelgarn von Infini. Die Figuren sind 3D gedruckte – entweder von Northstar (Offiziere!) oder von 3D Model Parts.

Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Das Wasser

Das Wasser habe ich mit meiner üblichen Methode gemacht und zwar aus Holzfeinspachtel von Molto (erhältlich im Baumarkt!). Die Spachtelmasse wird mit einem Spachtelmesser auf das Holzbrett aufgetragen und während die Spachtelmasse noch nass ist, werden die Wellen mit dem Messer geformt. Wenn trocken kann die Spachtelmasse bemalt werden. In diesem Falle habe ich zwei Schichten blaugraue Farbe 70.943 von Vallejo aufgetragen. Wenn die Farbe trocken ist, wird die Oberfläche mit drei Schichten Acryl-Klarlack glänzend angestrichen. Als nächstes wurden die Wellen mit Flat White 1768 von Testors bemalt. Ich nehme diese weiße Farbe, da sie keinen Gelbstich hat. Zum Schluss kommt noch eine Schicht Klarlack darauf.

Flakkreuzer HMS Calcutta (1/700)

Quellen

  1. British Cruisers of WWII von A. Raven und J. Roberts, Naval Institute Press, 1987
  2. Kreuzer im Zweiten Weltkrieg von M. Whitley, Motor Buch Verlag, 1997
  3. Profile Morskie Nr. 38 HMS Calcutta, BS Press, 2001
  4. Cruisers of the Royal and Commonwealth Navies von D. Morris, Maritime Books, 1987
  5. www.naval-history.net

Michael Delf