Wikingerschiff-Spezial

 

Osebergschiff

Im Vikingskipshuset (Wikingerschiffmuseum) in Oslo (Bygdøy) werden Funde von Wikingerschiffen, darunter das Osebergschiff, das Gokstadtschiff und das Tuneschiff, ausgestellt.

Das Osebergschiff wurde in Westnorwegen um 820 gebaut. Wegen der reichen Verzierungen, der leichten Bauweise und des niedrigen Freibords hält man es für ein Zeremonialschiff oder eine Jacht der lokalen Aristokraten. Wahrscheinlich wurde es nur in Küstennähe benutzt. 834 wurde das Schiff Teil einer Grabkammer für zwei Frauen, die 1904-05 ausgegraben wurde. Das Schiff ist etwa 22 m lang und 5 m breit. Als Antrieb dienten entweder 15 Paar Riemen oder ein Segel mit 90 m2 Segelfläche.

Das Gokstadtschiff wurde um 850 gebaut. Es war hochseetüchtig und konnte für Erforschung, Raubzüge und Handel genutzt worden sein. Um 900 wurde es Teil einer Grabkammer für einen Mann. Die Grabstätte wurde 1880 ausgegraben. Das Schiff ist 23,33 m lang und 5,25 m breit. Angetrieben wurde es von 16 Paar Riemen oder einem Segel mit 110 m2. Von diesem Schiff gibt es zahlreiche Nachbauten. Eines davon überquerte schon 1893 den Atlantik, um auf World’s Columbian Exposition in Chicago ausgestellt zu werden. Es gibt im Maßstab 1/60 von Revell und im Maßstab 1/72 von Emhar Bausätze. In dem Grab wurden auch mehrere kleinere Boote gefunden.

Das Tuneschiff wurde um 890 gebaut und um 900 für ein Begräbnis genutzt. Da das Grab geplündert wurde und die Ausgrabung 1867 einer sehr frühe (und nicht sehr schonende) war, ist von diesem Schiff relativ wenig erhalten. Es könnte ein hochseegängiges Kriegsschiff gewesen sein. Die Länge war 22 m und die Breite 4,35 m. Der Antrieb bestand aus zwölf Paar Riemen und einem Segel mit über 100 m2.

Die Fotos wurden im August 2010 aufgenommen:

 

Quellen:

Lars